JUNUT 2019
Sonnenaufgang auf dem Jurasteig, einer der Momente die für die ganze Schinderei reichlich entlohnen.

9. Jurasteig Nonstop Ultratrail (JUNUT) 05.–07.04.2019

Der neunte JUNUT, zugleich mein fünfter in Folge, sollte auch mein letzter Auftritt auf der großen Runde in der Oberpfalz sein. Die einzige Bedingung dazu, die Runde auch zu vollenden! Genau dies funktionierte 2018 nicht und nur deshalb stand ich wieder im Frühstarterfeld dieses an sich genialen Rennens. Umgeben von den üblichen Verdächtigen, Wiederholungstätern und ein paar neuen Gesichtern ging es dann Punkt 10.00 Uhr in Dietfurt an der Altmühl auch los. Wer sich das antut, der hat schon „gehörig einen an der Waffel“, wie Organisator Gerhard Börner das im Vorfeld des Laufes in einem Interview sehr treffend anmerkte. 239 km / 7.500 hm, aber auch die Kurzstrecke von 170 km / 5.400 hm, erfordern schon ein wenig mehr als ein Dorffest-Lauf. Mein Ziel war seit Wochen klar definiert: Ankommen, im Zeitlimit von 53,5 Stunden bleiben und 2020 dann der Wechsel ins Helferteam. Damit klar im Kopf ließ ich es auch gelassen angehen und zog meinen groben Zeitplan durch. Ein paar Zipperlein, wie ein nervöser Verdauungstrakt, Laufunlust wegen Müdigkeit und/oder Wärme oder das Ganzkörper-Aua jenseits der 200 km-Marke konnten mich nicht aus der Bahn werfen. Das ich finishen würde, dessen war ich mir von Anbeginn immer sicher und so überquerte ich folgerichtig auch nach 47:47 Stunden, gemeinsam mit Stefan Volkmann auf Platz 15 die Ziellinie in Dietfurt.

JUNUT 2019
Strahlend blauer Himmel. am Vorabend des Rennens...

47:47 Stunden sind eine lange Zeit, zu der es viel zu erzählen gäbe. Über die in weiten Teilen malerische Strecke, über die tolle und reichliche Verpflegung durch herzlich agierende Teams an allen Verpflegungspunkten, über nette und interessante Gespräche mit vielen Mitläufern, über die elende Kälte in der zweiten Nacht… Das möchte ich an dieser Stelle nun nicht mehr tun, darüber habe ich mich in meinen Berichten zu den vorhergehenden JUNUT’s zur Genüge ausgelassen. In Summe war es aber auch 2019 wieder ein Fest. Ein Fest von Läufern, für Läufer, mit Läufern!

JUNUT 2019
Die ersten bissigen Höhenmeter, hinauf auf den Roßkopf, sind vollbracht. Foto: Matthias Börner

Es ist mir aber wieder ein Bedürfnis Danke zu sagen. Danke an Gerhard und Margot Börner sowie das gesamte Organisationsteam für ein top-organisiertes Event und Danke an meine Kerstin für die liebe Betreuung und das Ertragen meiner Launen, vor, während und nach dem Rennen!

JUNUT 2019
Blick von der Rosskopf-Aussicht ins Brunntal.

Schaut euch die Fotos an, sie sprechen für sich und markiert euch den 03.–05.04.2020 schon mal im Kalender. Der 10. JUNUT wartet auf euch :-)

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Der Ausblick von den Teufelsfelsen, mit Drachenflieger-Startrampe, nach Riedenburg.
JUNUT 2019
Burg/Schloss Prunn, gesehen vom "Naturwaldreservat Klamm-Kastlhänge".
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Pflichtfoto :-) Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch.
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An der schönen (nicht blauen) Donau, mit Kelheim und der Befreiungshalle in Sichtweite.
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Abendstimmung, auf dem Weg von Poikam nach Bad Abbach.
JUNUT 2019
Endlich mal sitzen, in Ruhe Essen, umziehen und dann per Feuerwehrboot über die Donau, hinein in die kalte Nacht.
JUNUT 2019
Klosterwirtschaft Pielenhofen, VP 5 und 1 Stunde Halbschlaf für mich. 104 km sind geschafft.
JUNUT 2019
Die Nacht ist überstanden und es gibt Sonne und Wärme. Im Anmarsch zum VP 7 in Schmidmühlen, 138,5 km.
JUNUT 2019
...etwas mitgenommen von der Nacht, aber es geht gut!
JUNUT 2019
...und immer wieder ein Genuss durch Windbuch zu laufen, das Dorf, welches Straßen nach mir benennt ;-)
JUNUT 2019
Kurz vor Hohenburg lief mir Kerstin entgegen und mit mir gemeinsam weiter zum VP. Sie war flinker als ich!!!
JUNUT 2019
Think positiv - - - nur noch 88 km!
JUNUT 2019
Kastl, 170 km, mein "Kneifer"-Ziel 2018. 2019 ging das nicht, also weiter!
JUNUT 2019
Die Treppen zur Klosterkirche Habsberg sind nach 180 km eine Riesen-Sauerei! Meinen Dank fürs Foto an Bernd Spring.
JUNUT 2019
Kerstin als Paparazzi schemenhaft mit auf dem Bild. Meine zweite Stunde Halbschlaf... die Probe des Posaunenchors und die tischtennisspielenden Kinder konnte ich ignorieren :-)
JUNUT 2019
Die Kälte ist unglaublich. Nasse Füße von den Uferwiesen der Weißen Laber habe ich auch noch. Aber das Ziel naht!
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Die Ziellinie (Türschwelle) ist überquert! Es ist vollbracht....Freudestrahlend sieht anders aus ;-) aber ich bin vollauf zufrieden und glücklich! Foto: Stefan Loy
JUNUT 2019
Sitzen, richtiges Bier, einfach schön! Dank für simple Sachen und auch Demut, das sind Dinge, die man auf 239 km lernt!

Alle Infos zum Lauf unter: www.junut.de

Die Sieger 2019 möchte ich nicht vorenthalten:

239 km / 29 Finisher

Tobias Krumm                      31:51 Std.
Anke Warlich                        38:43 Std.

170 km / 32 Finisher

Stephan Peters                    23:06 Std.
Jasmin Schmerfeld               28:17 Std.

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Die Siegerinnen und Sieger des Rennens, umrahmt von der Weinkönigin und den Organisatoren Gerhard und Margot Börner.
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Erstaunlicherweise haben wir auch Eingang in die örtliche Presse gefunden :-)
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Der Tag danach. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen, so das einem Sightseeing in Regensburg, hier im Dom, nichts im Wege stand.
JUNUT 2019
Kleine Sünden sind erlaubt1 Wir hatten auch eine Kerze im Dom angezündet ;-)

Dem Gerhard habe ich übrigens gleich im Ziel noch mitgeteilt, dass ich „mit dem JUNUT fertig“ bin und   ihm 2020 als Helfer zur Verfügung stehe. Damit habe ich ihn sicher nicht erschreckt, immerhin, wie sein Blick vermuten ließ, aber überrascht.

Mit wenigen Tagen Abstand, inneren Ringens mit mir selbst, Abwägen der „Fürs“ und „Widers“ mit Kerstin, schrieb ich dem Gerhard eine E-Mail. Inhalt: „Ich möchte 2020 wieder starten…..“

JUNUT 2019
"Prost" Leute, wir sehen uns 2020.... Foto: Matthias Börner