Brüggligräte
die Brüggligräte in voller Pracht

Brüggligräte (Edelgrat) im Solothurner Jura (Schweiz)

9.Juli 2005 -  um nicht eine  Nonstop - Autofahrt von 1.400 km machen zu müssen, um an unser Haupt -  Urlaubsziel,  Briançon in Frankreich, heranzukommen, liegt es nahe, auf halbem Wege Station zu machen. Die Schweiz bietet doch beste  Möglichkeiten den Kletterdrang, auch an nicht ganz so hohen Bergen, ausgiebig ausleben zu können. Angeregt von einem Beitrag in der Zeitschrift "Klettern",  beschlossen wir in Solothurn zwei Nächte zu bleiben und die Brüggligräte zu klettern. 5 Seillängen, mit 2  Schlüsselstellen im Grad 4b, versprachen feinstes Genussklettern. Die  Beschreibung der Anfahrt war schon eidgenössisch perfekt, so dass wir uns nach einem kurzen  Verhauer bei der Parkplatzsuche, schon bald am Einstieg der Tour einfanden. Leider konnten wir den Originaleinstieg der Route nicht klettern, da ein  nächtliches Gewitter zu viel an Feuchtigkeit an dem dicht bewaldeten Wandfuß hinterlassen hatte. Die Umgehungsvariante war auch nicht wirklich besser, da  hier loses Geröll sehr hinderlich war. Letztendlich konnten wir aber, nun in Höhe der Baumgipfel, bei aufkommendem Sonnenschein,  mit der Kletterei  beginnen. Diese war vom ersten Meter an wirklich vom Feinsten. Rauer und fester Fels, mit gebohrten Standplätzen, sowie Bohrhaken an den  Schlüsselstellen, ließen keine Ängste aufkommen. Diverse Möglichkeiten für  Klemmkeile, Friends und Schlingen taten ein Übriges. Kerstin, erstmalig alpin kletternd  unterwegs, hatte das anfängliche Herzrasen schnell überwunden und stieg problemlos nach. Auch die zweite, recht ausgesetzte Schlüsselstelle in halber  Wandhöhe, war kein großes Hindernis. So konnten wir beide auch die herrlichen Ausblicke ins Tal, bis hin zum Bieler See richtiggehend auskosten.  Die letzten 2 Seillängen, hier geht es im ersten und zweiten Grad über gestuftes und blockiges Gelände, sind für diese Tief- und Weitblicke besonders  geeignet. Nach einem Verschnaufer am Ausstieg, verbunden mit einem kräftigen Schluck aus der Wasserflasche, ging es an den Abstieg. Auch dieser  führte idyllisch über eine dicht mit gelbem Enzian bewachsene Almwiese. Durchgeschwitzt und glücklich erreichten wir schon bald den Parkplatz und  konnten uns eine schöne alpine Plaisir - Route ins Tourenbuch eintragen.

Brüggligräte
den Einstieg gefunden
Brüggligräte
vor der Crux
Brüggligräte
nach der Schlüsselstelle
Brüggligräte
Ausblick bis zum Bieler See
Brüggligräte
verdiente Rast am Ausstieg

Die technischen  Daten:

Zufahrt  von Solothurn über Bellach nach Salzach. Von dort  nach Lomiswil und hier nach dem Gasthaus "Wilhelm Tell" der Beschilderung "Brüggli"  folgen, bis zum Parkplatz bei Pt. 985 in einer Linkskurve (sehr kleiner Parkplatz,  leicht zu übersehen).

Zustieg  vom Parkplatz einige Meter wieder talwärts auf  einen Wanderweg mit der Ausschilderung "Selzach". Diesen weiter absteigen bis zu  einer kleinen Brücke. Nun ein paar Meter aufwärts bis zum Einstieg (15 min ab Parkplatz).

Charakter: Schöne abwechslungsreiche  Kletterei. Mit Ausnahme der ersten Länge auch nach Regen schnell trocken.  Teilweise recht luftig aber bestens gesichert bzw. absicherbar. 5 Seillängen / 250 Klettermeter / 1. und 3. Seillänge 4b, Rest 1 - 3 /  Exposition Südwest / Zeit ca. 1:00 bis 1:30 Std.

Abstieg  vom Ende der Route bis hinauf auf Pt. 1.100, ab  hier linkshaltend über Wiesen zum Parkplatz (20 min).

Karten /  Literatur: "Klettern",  Ausgabe Februar 2005, Seite 68 (Topo und Beschreibung) / Straßenkarte Schweiz  für die Zufahrt

Ausrüstung:  Helm, Brust- und Hüftgurt, 8 Exen, 1 Satz  Klemmkeile oder Hexcentrics, 2 - 3 kleinere Friends, Schlingensortiment,  Reepschnüre 2 HMS-Karabiner, Achter oder Sicherungs- / Abseilgerät, 70 m Einfachseil oder  50m Doppelseil

Unterkunft:  Wir haben den direkt an der  Aare gelegenen Campingplatz am Stadtrand von Solothurn genutzt. Von hier ca. 15 min bis zum historischen Stadtkern

Brüggligräte
gelber Enzian